Lesung in Aachen am 23. Mai 2003
Terug naar
F.-W. Marquardt

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Ich bin seit 1988 Pfarrer in Heerenveen in den Niederlanden. Im selben Jahr 1988 entdeckte ich den ersten Band der Dogmatik Marquardts und ich war entzückt über diese Theologie. Während meines Studiums in Amsterdam waren die Fragen uber das jüdisch-christliche Verhältnis bereits sehr wichtig gewesen. Auch hatte ich gelernt, um die Bibel im Sinne des Sprachdenkens von Martin Buber auszulegen. Aber niemals hat in den Niederlanden jemand versucht, um das jüdisch-christliche Verhältnis dogmatisch zu durchdenken. Und um daraus Konsequenzen für die Christliche Glaubenslehre zu ziehen. Es war für mich sehr überraschend zu sehen, dass jemand aus Berlin, Deutschland, das getan hat und wie er das Sprachdenken Martin Bubers, das eigentlich nur an der Universität in Amsterdam unterrichtet wurde, dazu benutzt hat.

Marquardt hat seinen Leben einen Schul-weg genannt. Einen Weg, auf dem er immer mehr beim Judentum gelernt hat. Ich bin seit 1988 ein Schüler auf dem Schul-weg Marquardts. Ich habe durch ihm viel über das Judentum gelernt, über neue Ansätze in der Theologie. Ich habe durch ihm auch mehr Abstand gewinnen können von allem, was ich während meines Studiums in Amsterdam gelernt hatte. Letztendlich hat dieser Weg mich auch dazu geführt, Marquardt ab und zu auch ein wenig kritisch zu betrachten. Ich hoffe, dass ich das in seinem Geist tue, aber das weiss ich nicht. Es steht natürlich auch unter meiner eigenen Verantwortung.
Ich möchte in meinem Vortrag den Schul-Weg Marquardts gerne etwas näher skizzieren und mich dabei auf den Niederländischen Beitrag an diesem Weg konzentrieren. Es ist gerade dieser Niederländische Beitrag an Marquardts Schulweg , zu dem ich mich dann auch kritisch verhalten möchte.

1959 - Marquardt ist zu diesem Zeitpunkt 30 Jahre alt - zieht Marquardt durch die Mandelbaum-gate nach Jerusalem ins Heilige Land. Damals war er Studentenpfarrer in Berlin und er fuhr zusammen mit der ersten Gruppe Deutscher Studenten, denen es gestattet war nach Israel zu fahren. Diese Reise war ein Wendepunkt in seinem Leben.
Die Begegnung mit Israel hat sich in seine Leben in drei verschiedene Stadien durchgesetzt, und jedes dieser drei Stadien hat ein anderen hermeneutischen Ausgangspunkt hinsichtlich der Begegnung mit dem Judentum.

Zionismus

Der erste Eindruck, den Marquardt bei seiner Heimkehr aus Israel vermeldet, handelt von den verschiedenen Begegnungen mit Juden. Einer ist gastfreundlich, ein anderer misstrauisch gegenüber den Deutschen Studenten. Bei anderen, Kibbutzniks, bewundert er die Muskelkraft ihrer Körper. Es ist, als ob er den Menschen in Deutschland melden möchte: es gibt Juden und sie leben. Sie sind lebendige Menschen, unser Bild von ihnen als gebeugte, antiquierte, unbewegliche und erstarrte Menschen oder als Menschen die uns nur an unsere Schuld erinnern stimmt überhaupt nicht.
Ein anderer Eindruck ist, dass und wie die Bibel durch diese Menschen und in diesem Land aktuell spricht . Wenn man in der dürren Einöde Gallilea’s arbeitet und die Hacke in die Handfläche zurückprallt, versteht man, was Schöpfungsgeschichte ist. Die Erfahrung des wehenden Windes, die Menschen, die sich von der Geschichte der Bibel her begreifen, das alles verschafft den Eindruck eines direkten Zugangs zur Biblischen Geschichte.
Es handelt sich hierbei um ein Thema, das Marquardt schon vor seiner Israelreise wichtig war. Die Frage nämlich, wie sich das Wort Gottes und meine geschichtliche Existenz zueinander verhalten. Marquardt hatte früher schon versucht, darüber eine Doktorarbeit zu schreiben, aber das war ihm nicht gelungen. Und jetzt entdeckte er in Israel ein aktuelles Biblisches Leben.
In den sechstiger Jahren verarbeitet Marquardt diese Eindrücke auf theologiekritische Weise. Israel ist bei ihm dann vor allem das zionistische Israel. In Zion werden die Juden zu einer Volk versammelt. Die Synagoge und das rabbinische Israel kommt nicht im Bild, genau wie die seculäre zionistische Bewegung einen grossen Abstand zur Synagoge und zum Rabbinischen Judentum fühlt. Er bestreitet in diesen Tagen noch das Gesetzliche im Judentum.

Auschwitz

Ende der Sechziger und in den Siebziger Jahre finden jüdische Intellektuellen den Raum, um endlich die erschütternde Erfahrung der Shoah zu sich durchdringen zu lassen. Wie das Grundvertrauen eines Menschen zu seiner Welt verloren gegangen ist, wie der Ausgangspunkt des Aufklärungsdenken dort weggefallen war, nämlich das Subjekt-sein des Menschen. Denn Juden waren dort kein Subjekt, nur noch Object, Fleisch. Letztendlich erfuhren sie, das es unmöglich ist, das Walten Gottes mit Auschwitz in Verbindung zu setzen. Marquardt hat sich mit dieser Erschütterung verbunden. Für ihn konnte der Ausgangspunkt der Dogmatik Karl Barths, nämlich "die Wirklichkeit dass Gott ist, das factum der Existenz Gottes", dieser Ausgangspunkt konnte für ihn nicht mehr gelten. Er wollte mit der Möglichkeit rechen, dass es nach Auschwitz überhaupt keinen Gott mehr gibt, weil er dort in der Gestalt seines jüdischen Sohnes ermordet wurden war, oder dass er sich von der Welt abgewand hat. Nach Auschwitz konnte er als Theologe nur noch von der Hoffnung auf Gott ausgehen. "So Gott will und er lebt", auf diese Weise hat er das bekannte Wort der Apostel Jacobus umgearbeitet. Das war die Voraussetzung seiner Theologie.
Marquardt fand sich jetzt vor die Aufgabe gestellt, wie unter diesen Umstanden eine Dogmatik zu schreiben sei, die also nicht vom Rahmen der Dogmatik Karl Barths ausging und die jüdisch denken lernen wollte -jedenfalls so weit es geht (p.179 Prolegomena). Diesen Rahmen hat er 1974 während seines Aufenthalts in Amsterdam gefunden.

Breukelman

1974 hatten die Studenten der theologische Fakultät der Universität von Amsterdam Marquardt eingeladen, um Vorlesungen über sein Buch zu Karl Barths Sozialismus zu halten. In Amsterdam hatte er auch selber Vorlesungen besucht, die Vorlesungen von Frans Breukelman. Frans Breukelman war Dozent für Biblische Theologie und ein eindrucksvoller Mann. Er konnte in seinen Vorlesungen eine Satz so auslegen, dass eine ganze weite Welt an Exegese implizit mitklang. Ich kann den ersten Vers der Bibel beispielsweise ganz neutral lesen: Be-resjit bara Elohim et ha-sjamajim we-ët ha-äretz, we-ha-ärets hajta tohu wa-bohu. Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde, und die Erde war wüst und leer
Wenn Breukelman hingegen diesen Satz las, klang dass so: Be-resjit bara Elohim et ha-sjamajim we-ët ha-äretz, we-ha-ärets hajta tohu wa-bohu. Dann hörte man in dem bara das Unerwartete, Überraschende und Befreiende der Schöpfungstat Gottes. Schöpfung war nicht mehr ein Zusammenstellung von allem, was existiert, sondern ein feierliches Eingreifen Gottes. Beim Hören von tohu wa-bohu hingegen zitterte man nahezu, man fühlte existentiell die Angst vor der Leere, dem Chaos und dem Nihilismus.
Via Breukelmann lernte Marquardt das Sprachdenken Martin Bubers kennen. Diesem Sprachdenken zufolge ist die Bibel im wesentlichen Miqra, Ausruf. "Alles in der Schrift ist echte Gesprochenheit" sagt Buber. Die Bibel soll vorgelesen werden, weil sie dem mündlichen Lesen entstammt. Man soll darum wiedererkennen, das sie mündlich ist, das sie unterverteilt ist in Kola (Atemzüge), dass sie Rhythmus und Assonanz hat  Durch Wortwiederholungen und Leitwörter werden die verschiedene Erzählungen mit einander verbunden.

Wie ich zeigen möchte hat Marquardt dieses Sprachdenken mit seiner Dogmatik verflochten. Aber ich muss hier schon etwas zu diesem Sprachdenken sagen. Es besteht eine Spanung zwischen der Art und Weise, in der Buber die Bibel las und dem Lesen der Synagoge. Bei Buber gibt es immer ein anti-institutionelles Moment. Die Stimme Gottes ist bei ihm immer eine Stimme die die "ursprüngliche" Thora wiederherstellt, gegen seine “Verflachung” in der jüdischen Tradition. Das Projekt seines Sprachdenkens ist gegen den Rationalismus aber auch gegen die rabbinischen Tradition gerichtet. Wir sollten darüber nachdenken, ob wir dem so zustimmen können.
 
Evangelische Halacha

Marquardt hat in seinem eigenen Leben erfahren, dass die Begegnung mit dem land Israel, mit den Juden und mit dem Judentum, seine Theologie geändert hat. Er hat in den Prolegomena seiner Dogmatik die Notwendigkeit solch einer Begegnung mit dem Judentum für einen Theologen unterbaut. Er möchte eine Art Vorverständnis entwickeln: ein Theologe muss erst beim Judentum lernen, sich in der Umgebung Israels aufhalten, leiblich Juden begegnen. Tut er das nicht dann bleibt sein Theologie unberührt gefangen in Anti-judaismus, weil die Theologie so sehr mit dem Unrecht des Anti-judaismus verflochten ist, das sie nicht mehr aus eigener Kraft umkehren kann. Er hat diese Notwendigkeit der Begegnung mit dem Judentum als Beginn jeder Theologie im Begriff ‘‘Evangelische Halacha’’ zusammengefasst. Dies war ein neuer, durch ihm entworfen Begriff. Eine unmögliche Verbindung zweier Elementen, die einander in der Deutschen protestantischen Theologie ausschliessen.

Nun gibt es für Marquardt zwei Dinge hinsichtlich dieses Begriffs, die so grundsätzlich sind, dass ich sie weiter erklären möchte. Zum ersten das Halachische an der Evangelischen Halacha, also der Vorrang des Tuns.
In der jüdische Tradition hat die Halacha, der gesetzliche Teil der jüdische Tradition, Vorrang vor der Haggada, dem Teil der Tradition, der zu Wissen und Weisheit führt. Das Tun der spezifischen, von Gott gebotenen Gesetze hat Vorrang vor den mehr frei erzählenden und vielleicht auch spekulierenden Teilen der Tradition. Ein Denker wie Avraham Heschel hat versucht diese Art Denken mit dem Denken der Aufklärung zu verbinden. Bei ihm wird der Vorrang der Halacha der Vorrang des Tuns im algemeinen. "Nicht besondere Taten, sondern alles Tun, das Leben selbst kann ein Bindeglied zwischen Gott und Mensch werden" so zitiert Marquardt Heschel (Prolegomena p.238). Marquardt konkludiert: in der Theologie sollen wir beim Tun anfangen, wenn wir adequate Erkenntnis haben wollen. Evangelische Halacha gibt einen Lebensweg worauf Gotteserkenntnis und Wirklichkeitserkenntnis entstehen kann. Es öffnet ein Sein in der Tat nicht nur Gottes sondern auch des Menschen. Es öffnet die Sicht auf ein biblisches Verstehen der Wirklichkeit im ganzen.

Das zweite, was für Marquardt hinsichtlich des Begriffes "Evangelische Halacha" wichtig war, ist das Evangelische an der Evangelischen Halacha. Das evangelische ist für ihn das aktuelle, mündliche, gesprochene Wort Gottes. Das algemeine Tun wird für den Christen von der aktuellen mündliche Stimme Gottes spezifisiert. (und für den Juden durch die Halacha). Es soll lebendig gesprochen sein weil es nicht evangelisch ist um dem Neuen Testament direkte Tatanweisungen zu entnehmen (Prolegomena p.209). Marquardt sieht seine Evangelische Halacha als die Restauration (oder: Aktualisierung) des reformatorischen Begriffs der viva vox evangelii, der lebendigen Stimme des Evangeliums.

Zu drei Orten, zu drei spezifische Beziehungen werden die Christen durch die lebendige Stimme Gottes gerufen. Zu Israel, zu den Armen dieser Welt und zu einer Verantwortung für die ganze Menschheit statt nur zu einer Verantwortung füür das eigene Volk. Aber die Berufung, um mit dem jüdischen Volk Beziehungen zu unterhalten, ist Marquardt zweifelsohne am wichtigsten.

Energetische Christologie

Die Prolegomena führen zu einer Dogmatik mit einem energetisches, motorisches Moment. Es geht um das Tun, um das Gehen, um den Weg. Es geht um ein Leben in Verben. In der Christologie verwirft Marquardt die Zwei-Naturenlehre, und zwar nicht nur, weil das ‘algemeine Mensch-sein’ Christi in der Zwei-Naturenlehre sein Jude-sein verdrängt, sondern auch, weil Jesus in der Zwei-Naturenlehre mit Begriffen erklärt wird, die dem heidnischen Denken entlehnt sind, nämlich in Begrifflichkeiten des ruhenden und in sich selber beschlossenen Seins. Er ist wahrlich mensch, er ist wahrlich Gott, das ist etwas ruhendes. In der Zwei-Naturenlehre wird die Person - wer er ‘ist’ - geschieden von dem, was Christus wirkt und bewirkt. Das ‘Sein-in-der-Tat’ Christi sollte hingegen Marquardt zufolge auch in der Dogmatik seinen Ausdruck finden. Marquardt spricht darum über Christus mit Hilfe von drei Verben: kommen, gehen und bleiben. Er spricht über die Zeit seines Kommens, er ist der kommt, über die Zeit seines gehens, er verlasset uns auch immer und die Zeit seines Bleibens. Es ist das Verb, es ist Jesus-in-seiner-Tat, die die Zeiten Jesu Christi bestimmt/kwalifiziert.
 
Auch die Eschatologie hat diese energetische Momente. Es geht darin um das Kommen des Menschensohns, um das Kommen der Menschen und um das Kommen Gottes. Es geht um den Geist der Unordnung, der die Kirche und Synagoge mit anarchischer Triebkraft in der Krise stürtzt.
    
Kritik und Selbstkritik

Marquardt hat diese Anfänge seiner Dogmatik niemals öffentlich wiederrufen, obwohl er in Gespräch mancher Kritik durchaus zustimmte. Aber man kann an seiner Arbeit der neunziger Jahre sehen, dass er zu neuen Einsichten kommt. In diesen Jahren führt sein Schul-weg erstmals ganz in der Nähe der jüdischen Sjoel. Er lernt jetzt viel besser die orthodoxe Traditionen kennen. Ab 1992 liest er zusammen mit Hanna Safrai Talmoed, und auch weiter beschäftigt er sich mit der Rabbinischen Tradition.
Man sieht, das er hinsichtlich Miskotte, Buber und auch Breukelman kritischer wird. Er kritisiert jetzt auch das Sprachdenken. Er fragt: warum wird von Buber und von Miskotte das rabbinische Judentum nicht rezipiert? Warum sind sie beide so gesetzesfeindlich? Und warum ist ihre Interpretation der Schrift, die an die Tradition jüdischer Bibelauslegung vorbeigeht, eigentlich die einzig richtige in ihren Augen? Ist das ‘‘‘‘Israelitisches Idiom’’’’ das Miskotte in der Schrift entdeckt nicht eine ideal-typische Konstruktion, die am realen Israelitischen Idiom der jüdischen Tradition vorbeigeht?

Ich möchte hier gerne noch etwas kritischer hinsichtlich des Sprachdenkens und des Denkens der sogenannten Amsterdammer Schule sein. Entstammt nicht  die Betonung des Mündlichen der Thora einer romantischen und Nietzscheanische Denkart? Buber wollte mit seiner Betonung der Stimme das Ungeformte der Religion artikulieren, er wandte sich gegen die Versteinerung der Religion. Er wollte durch seine Übersetzungen die Urkraft des Textes wiederherstellen. "Die wirkliche Form war minder Europäisch, minder kultiviert, war wilder; es war grosser, mehr rigide und herausforderender...Der Geist der über das Meer schwebte war ein Adler, nicht eine Taube." sagte Buber und Sie wissen vielleicht das das ein Bild Nietsches war: der Mensch soll ein Adler sein und kein Lamm.
Die Betonung der Mündlichkeit der Stimme war bei Buber von Anfang an gegen die Synagoge gerichtet. Es ging ihm um eine erneuerung des Judentums, worin die Stimme immer erneuerend wirkte. Wenn wir dieses Konzept der rufende Stimme als Christen übernehmen, integrieren wir dann wirklich das jüdische in unsere Theologie das wir übernehmen wollen? Und gibt diese Betonung der erneuerenden Stimme unserer Theologie nicht zu kurzen Atem. Es gibt in unsere Gesellschaft schon so manches das sich als etwas neues presentiert. Sollen wir da mitmachen?

Zweitens: ist nicht die Betonung des Gehens, des Energetischen im Grund nicht schon ganz und gar christlich? Das westliche Christentum will in die Welt gehen. Es will das Heilige in der Profane bringen. Es will zu den Enden der Welt gehen sei es um dort missionär tätig zu sein, sei es in der sekularisärten Form des universalen Liberalismus und Kapitalismus. Ein energetisch Denken, das auch die Menschen immer in Bewegung setzen möchte.
Für Marquardt war das Urteil über das Judentum, dass es namelich statisch sei, ein christliches Vorurteil. Aber wenn das Gesetzesjudentum das Heilige und das Profane scheidet, und sich gerufen weisst zu dem Dienst an dem Heiligen und - religiös/theologisch gesprochen - bei dieser ganzen dynamischen Unternehmung des westlichten Christentums nicht mitmacht. Können wir gerade nicht von diesem ‘‘erstarten’’ Judentum etwas Neues lehren, und nicht von dem dynamismus Bubers? Können wir hier nicht lehren uns auf die Heiligkeit Gottes zu konzentrieren. Vielleicht sollen wir uns dann auf die Heiligkeit Jesu konzentrieren. So können wir die Welt für Rettung offen halten, statt sie selber mit unseren Messianismus zu überdecken.

Freude an der Thora

Gibt es ein drittes Stadium in Marquardts Theologisieren? Vielleicht. In den neunziger Jahren vertieft er sich in der Talmoed. Er hört auf die Stimme von Jesjajahu Leibowitz, einem jüdisch-orthodoxer Denker. Er lernt die Gesetzlichkeit schätzen. Er kann jetzt sprechen über die Evangelische Freude an der Thora.
Marquardt zitierte immer das Wort das Karl Barth zu seinen Schülern sprach: sei ein Mann und folge mir nicht nach. Ich bin froh, das ich Barths Spruch nicht Folge geleistet habe, sondern Marquardt auf seinem Schul-weg gefolgt bin. Aber am Ende dieses Weges sollen wir indertat auch weiter machen..