Predigt in Detmold am 15. April 2007

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Taufgottesdienst. Vorlesung: I Petrus 1,3:

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten

Es freut mich sehr, dass ich heute hier in ihrer Mitte sein darf und ich möchte Sie zunächst herzlich begrüssen und Ihnen sagen, wie froh ich bin, bei Ihnen zu sein. Das sage ich nicht nur  von mir selber, sondern auch von Marijke Jager und Jeannette de Wilde, die mit mir zu Ihnen gekommen sind. Insbesondere möchte ich auch Anica und Lisa begrüssen. Es freut mich sehr, dass ich heute Zeuge Eurer Taufe sein kann.

Kollege Burkhard Krebber hat euch im Taufunterricht vielleicht erzählt, wie früher die menschen getauft wurden. Früher sind sie vom Kopf bis zum Fuss ins Wasser getaucht und wenn sie dann aus dem Wasser heraus kamen, wurde ihnen ein weisses Taufkleid gegeben. Das Taufkleid machte das schöne, strahlende, neue, heilige Leben Anschaulich, das Christus uns gegeben hat. Ein Leben in der Nähe Gottes. Gott sagt zu uns: ihr seit meine Kinder, in solch eine intime Verhältnis möchte ich zu euch stehen. Ihr sollt mir ähnlich sein, mein Bild und mein Gleichnis, genau wie ihr euren Eltern gleicht. Ihr seit mein Volk und ich bin euer Gott.

Das alles hat Gott uns in der Taufe geschenkt. Und es wird noch vieles hinzukommen. In eurem Leben werdet ihr noch viel mehr von Christus lernen. Ihr werdet noch mehr in seinen Fussspuren gehen, noch viel mehr mit ihm zusammenwachsen. Und nicht nur ihr beide, und nicht nur wir als als Erwachsenengemeinde, sondern unsere ganze Schöpfung hat noch viel von Gott zu erwarten. Recht und Gerechtigkeit wird auf diese Erden kommen. Frieden wird kommen. Und letztendlich wird Gott unserer Welt ein ‘Extremes Make-over’ geben und alles neu machen. Das ist die Hoffnung, die Gott uns gegeben hat. 

Das alles hoffen wir. Aber da ist es bei dieser Hoffnung nicht nur so, dass ich auf etwas hoffe, in dem Sinne, dass ich hier bin und auf etwas anderes hoffe. Wir sind auch selber deise Hoffnung, wir verkörpern diese Hoffnung. Die Hoffnung steht auch auf unseren Leibern geschrieben. Petrus sagt: ihr seit eine lebendige Hoffnung, eine lebende Hoffnung. Christ-sein, getauft sein heisst, dass du Gottes Hoffnung verkörpert. Dass dein Leib eine Art  Raum ist, in dem diese Hoffnung auf die Erneuerung der Schöpfung lebt. Wir sind von Kopf bis Fuss auf Hoffnung eingestellt.  Petrus spricht darum auch mit grossen Worten über uns. Er sagt: sei heilig wie auch Gott heilig ist. Sei ein lebendiger Stein eines Gotteshauses. Lass dein Leib einen Tempel Gottes sein. Sei ein Priester Gottes. Denn du bist ein Hoffnungsträger Gottes.

Darum soll dein Leben im grossen und ganzen ein gutes Leben sein und sollst Du Dich gut verhalten. Aber hier is mehr als Moral gemeint. Es geht hier vielmehr um unsere Identität, um dasjenige, was wir sind: Hoffnungsträger Gottes.

Wenn wir nach dem Gottesdienst ins Gemeindehaus gehen, um uns dort die Ausstellung anzusehen, werden wir ein Taufhemd sehen, worauf an der Innenseite geschrieben steht: Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Wenn Sie dieses Taufhemd anziehen würden, würden Sie von dieser Taufformel umhüllt sein. Die Worten würde sanft Ihre Haut berühren, als ob sie auf Ihren Körper geschrieben sein möchten. Dann würden Sie wissen, oder besser gesagt fühlen, mein ganzes Leben spielt sich ab im Raum des Namens des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes.

Das bin ich, das ist meine Identität. Zu dieser Gott gehöre ich. Das Taufhemd is ganz aus weissen Leinen. Im alten Israel trugen die Priester Leinernen Gewänder. Das leinerne Taufhemd sag zu mir: ‘du bist solch ein Priester Gottes, worüber Petrus spricht. Denk nicht so niedrig über dich selber, weil ich habe dich erhoben un dich erhebe dich noch immer mehr.

Das Taufhemd kann uns helfen uns unsere Taufe zu erinnern. Erstens kann das herstellen eines Taufhemdes ein Prozes im Gang setzen, worin ich nachdenke über meine Taufe und meine Glaube. Ich muss mich gut überlegen was mein Glaube im Tiefsten für mich bedeutet.  Welche Symbole, Bildern und Worte passen am besten zu meinem persönlichen Glauben?  Und wenn ich das Taufkleid jeden Tag tragen würde, würde ich jeden Tag beim Aufstehen und Schlafengehen daran erinnert werden, dass ich getauft bin. Es würde ein ganz alltäglicher Augenblick sein, an dem ich mich, wie flüchtig auch immer, auf meinen persönlichen Glauben konzentrieren würde. Das Taufkleid erinnert uns jeden Tag daran: wir sind Christen und wir gehören zu Christus.

Das Taufhemd tragen wir unter unserer Kleidung. Es ist verborgen für die Aussenwelt. Mein Taufhemd spricht nur mich selber an. Es ist kein äusserliches Symbol, das ich brauche, um zu zeigen wie fromm ich bin und ich dränge es niemanden auf. Aber es ist da. Es besagt: in der Taufe ist schon etwas an mir geschehen. Durch meine Taufe hab ich mich schon mit Christus bekleidet, ich habe Christus  bereits angezogen, er umhüllt mich wie ein Mantel, wir sind schon in Ihm. Aber es wird noch mehr kommen: wir werden noch mehr mit Christus zusammenwachsen, und es wird auch noch eine Zeit geben, wo die ganze Welt erkennen wird, dass Gott der Herr der Schöpfung ist. Das wird die Zeit sein, in der offenbar sein wird, dass wir Kinder seines Lichtes sind und wir werden dann in leinernen Kleidern im Offenen vor dem Angesicht Gottes strahlen. Dann werden unsere Taufhemden nicht mehr verborgen sein.

Liebe Anica und Lisa, ich wünsche euch viel Freude, Glück und Segen in eurem Leben. Und es wird sich zeigen dass dies ein wichtiger Tag für euch und für eure Eltern gewesen ist.

Liebe Gemeinde, ich möchte Ihnen herzlich danken für Ihre Gastfreundschaft. Sie haben den Mut aufgebracht, um unsere Ausstellung zu zeigen. Ich wünsche auch Ihnen viel Freude, viel Glück und viel Segen mit den Taufhemden. Die Gnade und Liebe Jesu Christi sei mit euch allen. Amen.